Märchen
Prinzessin Hashihime
Dies ist die Geschichte der Prinzessin Hashihime, die mit Yamadazaemon Kunitoki verheiratet war. Anfangs waren sie ein glückliches Paar, dann aber kam die Prinzessin dahinter, dass sich ihr Mann mehr mit einer Konkubine traf, als dass er sich mit ihr beschäftigte. Oft bat sie ihn das Verhältnis zu ihr zu unterbrechen, schließlich war sie seine Frau und damit wichtiger als irgendeine Konkubine. Doch Yamadazaemon ließ nicht von der Konkubine ab. Deswegen schwor sie ihrem Mann sich zu Rächen. Nahe des Hauses der Prinzessin gab es einen Schrein, den viele Menschen zu besuchen pflegten. Mehr und mehr wahnsinnige geworden ging sie sieben Tage in folge zum Schrein und bete dafür ein Dämon zu werden. In der Nacht des siebten Tages tauchte hinter ihr eine Gestalt auf. Es war der Priester und er verkündete, dass sich die Götter entschieden hatten ihr ihren Wunsch zu gewähren. Doch dafür musste sie sich in einen roten Kimono kleiden. Zusätzlich war es von Nöten, dass sie sich das Haar rot färbte und ihre Frisur so zu formen, dass sie wie Hörner wirkte. Hinzu kam eine eiserne Krone auf deren drei Spitzen Feuer erleuchtet werden sollten. Mit all diesen Vorkehrungen müsste sie nur nocheinundzwanzig Tage lang am Ufer des Ujigawa Flusses verweilen. Nach all den mühen würde sie eine Dämon sein. Während sie dies plante wurde ihr Mann von schrecklichen Albträumen geplagt. Danach suchte er den Astrologen Abe no Seimei was es damit auf sich hatte. Er offenbahrte, dass es sich um die Rache seiner Frau handelte. Letztendlich musste Yamadazaemon zugeben, dass er seine Frau mit einer gewissen Konkubine betrogen hatte. Also erklärte Abe no Seimei wie der Dämon, der nun aus seiner Frau geworden war, abzuhalten wäre. Dieses Wissen würde ihm bald von nutzen sein. Nur wenige Nächte später brach der Dämon in das Schlafgemach des Mannes ein. Doch dank der Schutzzauber des Priesters war es ihr nichts möglich nur eine der Dämonenkräfte einzusetzen. Unfähig Rache zu nehmen suchte sie nachts Kyoto heim und trieb die Bevölkerung in den Wahnsinn. Wenn sie einen Mann erwischte verwandelte sie sich in eine junge Frau, der keiner widerstehen könnte. War das Opfer eine Frau, verwandelte sie sich in einen stattlichen Jüngling. Doch egal welches Geschlecht die Opfer nun hatten, tötete sie sie gnadenlos. Schließlich traute sich niemand mehr Nachts heraus. Also befahl der Kaiser dem Krieger Minamoto no Raiko. Eines Nachts gelang es ihm zwei Menschen zu retten, die ihr beinahe zum Opfer fielen. Er jagte die Dämonin durch die halbe Stadt, bis es ihm endlich gelang sie zu stellen. Als sie sich ergab forderte sie dass ihr Tod beweint werde und sie zu einem Wächter des Palasts ernannt zu werden. Daraufhin sprang sie in den Ujigawa und ertrank. Als der Kaiser von diesem Ende hörte, begrub man sie in einem würdevollen Begräbnis. Hundert Mönche beteten ihre Sutras. Später suchte ihr Geist die Träume des Kaisers auf. Darin bat sie darum einen Schrein am Ufer des Ujigawa zu errichten. Tatsächlich ließ der Kaiser wenig später einen heiligen Schrein am Ufer erbaunen und nannte ihn den Schrein der Prinzessin Hashi vom Ujigawa.
Ende